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Artenvielfalt auf über 10 Hektar: Pflanzung der Feldgehölze und Hecken

Um Eingriffe in die Natur auszugleichen, pflanzen wir nicht nur Mischwald, sondern auch Sträucher – und das auf einer Fläche von umgerechnet mehr als 14 Fußballfeldern.


Die Früchte des heimischen Weißdorns werden von 32 Vogelarten gefressen.

Sie ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Sträuchern – eine vielseitig strukturierte Hecke bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Heimische Flurgehölze wie Hartriegel, Weißdorn oder Kreuzdorn halten mit ihrem Blütenreichtum im Frühjahr und ihrem reichen Fruchtangebot im Herbst ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten und Vögel bereit. Auch die unteren "Etagen" leisten ihren Beitrag zur Biodiversität: Heruntergefallenes Laub dient nicht nur als natürliche Mulchdecke, die den Boden schützt und die Sträucher mit Nährstoffen versorgt, sondern bietet auch vielen Kleintieren Schutz. Zudem leben viele Insekten im und am toten Holz, und Igel, Wiesel, Kröten, Spitzmäuse und viele andere Kleintiere finden hier Nahrung und Unterschlupf.



Was vorher sorgfältig geplant wurde, wird nun bis Ende nächster Woche vom Team der Späth’schen Baumschulen umgesetzt.


Um einen solchen Lebensraum schaffen zu können, ist natürlich nicht nur die Planung am Schreibtisch notwendig: Wie auch bei der Aufforstung geht nichts ohne unsere Pflanzhelfer auf der Fläche. Zwei Personen haben auf dem Pflanzpflug Platz, von dem aus die Gehölze in die Erde gebracht werden. Im Gegensatz zu den Baumsetzlingen verfügen die Gehölze und Hecken jedoch über einen entscheidenden Vorteil beim Anwuchs: Die Pflanzen wurden für circa 2 Jahre im Topf vorkultiviert, weshalb sie mit einem festen Ballen eingepflanzt werden – so sind die Wurzeln wesentlich besser geschützt.


"Wenn die Trockenperioden im Mai und Juni beginnen, sind wir bereits über den Berg. Die Privatleute pflanzen im Frühling, wenn sie Frühlingsgefühle haben, der Profi pflanzt im Herbst oder Winter."

Die zum Teil trockenen Bedingungen in Ost-Brandenburg können eine Herausforderung für die jungen Pflanzen sein. Doch Holger Zahn von den Späth’schen Baumschulen, die die Pflanzung umsetzen, ist zuversichtlich: „Die Pflanzen müssten normalerweise zu 100% anwachsen. Zudem pflanzen wir sehr früh, sodass wir die Herbst- und Winterfeuchtigkeit im Boden voll mitnehmen können. Wenn die Trockenperioden im Mai und Juni beginnen, sind wir bereits über den Berg. Die Privatleute pflanzen im Frühling, wenn sie Frühlingsgefühle haben, der Profi pflanzt im Herbst oder Winter.“ Des Weiteren könnte der Wildverbiss ein Risikofaktor für das Gedeihen der Feldgehölze sein, weshalb – wie auch bei der Aufforstung – Zäune um die jeweiligen Flächen gezogen werden. Doch auch hier sind die Gehölze im Vorteil: „Die Sträucher sind mehrtriebig. Wenn die Tiere daran rumknabbern, werden sie in der Regel nur noch dichter.“




Frisch in der Erde: „Schon nach 5-10 Jahren wird man ordentlich was sehen“, so Holger Zahn.


An 14 Standorten in der Region um Beeskow wird die Pflanzung bis Ende nächster Woche umgesetzt. Die Pflanzung erfolgt dabei an Feldrändern in fünf bis sechs Reihen mit jeweils zwei Metern Abstand, damit sich die einzelnen Sträucher frei entfalten können. Auf 30 Meter Abstand werden auch einzelne Bäume wie beispielsweise der Feldahorn kultiviert – um möglichstzvielfältige Strukturen als Voraussetzung für Artenvielfalt zu schaffen. 2z