01/ AUFFORSTUNG

Fällt man in Brandenburg für ein Bauprojekt Bäume, ist man gesetzlich dazu verpflichtet, diese zu ersetzen – jeder gerodete Quadratmeter Wald muss durch Aufforstung möglichst im gleichen Naturraum kompensiert werden. Beauftragt von der Flächenagentur Brandenburg GmbH haben wir zusammen mit unseren Partnern ein Portfolio an Maßnahmen erarbeitet, das einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten wird. Damit ersetzen wir die verlorengegangenen Funktionen des Naturhaushalts nicht nur, sondern schaffen echten ökologischen Mehrwert.

Der Hintergrund

Verschiedene Vorhabensträger sind durch ihre Bauprojekte zu Kompensationsmaßnahmen verpflichtet, die durch NfG umgesetzt werden. Eines dieser Vorhaben ist das Infrastrukturprojekt rund um den Bau der Gigafabrik in Grünheide, für das im Laufe des Jahres 2020 Wald gerodet und Flächen versiegelt wurden. Die Fläche der geplanten Gigafactory befindet sich südlich von Grünheide im Südosten von Berlin. Naturschutzfachlich haben diese Wälder – größtenteils Kiefernreinbestände auf einem vorwiegend nährstoffarmen Standort – einen vergleichsweise geringen Wert. Auf den vorgesehenen Kompensationsflächen von NfG bewegt sich die Standortsamplitude zwischen ziemlich armen und mäßig bis kräftig nährstoffversorgten Standorten, wodurch die Standortqualität besser ist als auf dem Gelände in Grünheide. Dies erhöht die waldbaulichen Möglichkeiten beträchtlich. Doch auch auf diesen Flächen zeichnet sich ab, wie sehr intensive Landschaftsnutzung und die sich immer klarer abzeichnende Klimaveränderung die Natur beansprucht.

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Unser Ziel

Zusammen mit unseren Partnern und im Auftrag der Flächenagentur Brandenburg GmbH verfolgen wir das Ziel, die durch Bauvorhaben verlorengegangenen Funktionen des Naturhaushalts zu ersetzen und so zu einem stabilen Ökosystem beizutragen. Die Flächenagentur unterstützt so Tesla und andere Vorhabensträger bei der Umsetzung der nötigen Ausgleichsmaßnahmen (nach §8 und 9 des LWaldG, § 15 Abs. 2 BNatSchG). Das Projekt wird 40 Kilometer Luftlinie von Grünheide im gleichen Naturraum – dem Ostbrandenburgischen Heide- und Seengebiet – umgesetzt. Auf insgesamt circa 670 Hektar Fläche sollen in den kommenden Jahren strukturierte und ökologisch wertvolle Laubmischwälder (70% Laubholzanteil) erwachsen und naturschutzfachlich wertvolle Biotopkomplexe entstehen – um möglichst artenreichen Naturraum zu schaffen, der gegen zukünftige Klimaereignisse besser gewappnet ist.

Die Umsetzung

Auf 200 Hektar konnten wir bereits großflächige Ausgleichsmaßnahmen leisten. Im Herbst 2020 startete die Tesla-Aufforstung auf insgesamt circa 50 Hektar großen Flächen bei Oegeln, Merz und Ragow. Nach der Ernte der Kurzumtriebsplantagen (KUP) in Grunow pflanzten wir ab Herbst 2021 weitere Setzlinge auf circa 150 Hektar. Für die zusätzlich geplanten 320 Hektar war eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig, die die  Oberförsterei Briesen als verantwortlicher Träger im März 2021 mit positivem Ergebnis abschließen konnte.

Bei der Umsetzung unserer Vorhaben stellten bzw. stellen wir vorwiegend landwirtschaftliche Grenzflächen zur Verfügung, um die fruchtbaren Böden nicht der landwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen (gemäß §15 Abs. 3 und 4 des BNatSchG). Die Auswahl und Zusammensetzung der Baumarten sowie nähere Einzelheiten zur Pflanzung (Flächenvorbereitung, Anzahl, Art und Umfang von Pflanzverbänden etc.) richten sich nach einem Erlass des Ministeriums, der unter anderem auch die Verwendung von gebietseigenen Gehölzen im selben Naturraum vorschreibt.

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Derzeit arbeiten wir in enger Abstimmung mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), dem Landeskompetenzzentrum Forst (LFE) sowie der Humboldt Universität (HU) an der Konzeption eines Forschungsprojektes zu klimaresistenten Baumarten.

Zeitraum

Die Umsetzung erstreckt sich über einen Zeitraum von circa fünf Jahren. Bis die bereits abgeschlossene Anpflanzung voraussichtlich Ende 2027 durch Forstsachverständige abgenommen wird, pflegen wir die jungen Bäume als gesicherte Kultur.

Kontrollen

Unsere Arbeit wird von den zuständigen Behörden überprüft. Dies wird entweder zu festen Terminen, beispielsweise nach Ende der Pflanzsaison im April und Dezember, oder in Abhängigkeit des Fortschritts, wie zum Beispiel nach einer festgelegten Anzahl von Maßnahmen oder Flächen, stattfinden. Die Pflege der Maßnahmen erfolgt ebenfalls in Eigenregie.

Wissenschaftliche Begleitung

Mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), dem Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) und der Humboldt Universität (HU) haben wir kompetente Partner an unserer Seite, die die Erstaufforstungen auf unseren Flächen für 5 Jahre begleiten werden. Geplant ist – wie schon erwähnt – ein Forschungsprojekt ab Herbst 2022, das auf den von NfG bereitgestellten Versuchsflächen wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema klimaangepasste Laubwälder betreiben soll. Die dadurch gewonnenen forstwissenschaftlichen Erkenntnisse können dazu beitragen, unsere Wälder besser vor bevorstehenden klimatischen Veränderungen zu schützen.