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Ernte der Energiehölzer: Bereit für den Mischwald

Aktualisiert: März 22

Die Bestände der Kurzumtriebsplantagen (KUP) bei Grunow werden derzeit geerntet, um Platz für die Aufforstung im Herbst zu machen.


Martin Szaramowicz (links, Flächenagentur Brandenburg) und Axel Behmann (Geschäftsführer NfG) auf der Fläche.
Martin Szaramowicz (links, Flächenagentur Brandenburg) und Axel Behmann (Geschäftsführer NfG) auf der Fläche.

Während unsere Vorbereitungen für die kommenden Pflanzperioden nie wirklich stillstanden, geht nach kurzer Winterpause auch die Arbeit auf unseren Flächen wieder los. Seit vergangener Woche ist unser Team damit beschäftigt, die KUP – also Flächen mit schnellwachsenden Gehölzen, die meist als Energieträger genutzt werden – zu ernten.


Dafür werden die Bestände mithilfe eines Forstmulchers oberflächlich abgeschnitten und gehäckselt. Es folgt die Fräse, die in 35 Zentimeter Tiefe die im Boden verbliebenen Bestandteile der Pflanze kleinfräst. Diese organische Masse wird in den Boden eingearbeitet, was entscheidend zur Nährstoffversorgung der im Herbst folgenden Baumsetzlinge beiträgt. Zurück bleibt zunächst eine recht glatte Fläche (siehe Foto), die in den nächsten Wochen mit Klee besät wird. So versuchen wir, die Fläche gegen Austrocknung und Verdunstung zu schützen, außerdem reduzieren wir so den Wasserverbrauch.



Martin Szaramowicz (links) mit Blunk-Mitarbeiter Marin Vollmer an der Forstfräse
Martin Szaramowicz (links) mit Blunk-Mitarbeiter Marin Vollmer an der Forstfräse


Auf den KUP bei Grunow wachsen zu 70% Pappeln, der Rest besteht aus Robinie. Sie gelten als „ökologisch sinnvolle und gleichzeitig wirtschaftliche Option für die Landwirtschaft“ (NABU). Richtig, Landwirtschaft: KUP gelten als Agrarfläche und sind in keiner Weise mit einem Wald zu vergleichen. Spätestens nach 20 bis 30 Jahren werden KUP normalerweise wieder in konventionelles Ackerland umgewandelt.


In unserem Fall verläuft das etwas anders: Auf den Flächen entsteht artenreicher Mischwald. Der Großteil der gepflanzten Bäume wird wie auch schon im letzten Jahr aus Laubbäumen bestehen, circa 30% aus Kiefern. Diese Zusammensetzung bietet vielfältige Habitate für Flora und Fauna, und das über Generationen. Ausgewachsene Mischwälder beheimaten circa 6000 Tierarten (!), von den Pflanzenarten ganz zu schweigen. Damit kann die kurzlebige Monokultur KUP nicht mithalten.